„Zweisam oder Die Sache mit Akakor“

Ein Science-Fiction-Roman


Die GS5 ist auf einem der üblichen Flüge, bei der ein bislang unerforschter Raumbereich erkundet und nach Möglichkeiten für menschliche Basen gesucht werden soll. Neu bei diesem Flug: Es sind zwei Waréner an Bord. Sie gehören zu einer Gruppe von insgesamt 20 Warénern, die ihren Planeten verlassen hatten, um auf der Erde bzw. von den Menschen zu lernen.
Der Roman beginnt mit der Entdeckung eines Körpers, der der Größe und Struktur nach offenbar einmal ein Planet war. Jetzt treibt er ohne Zentralstern im All. Trotzdem: Es gab einst Bewohner hier. Als die Menschen eines der halbwegs erhaltenen Gebäude erkunden, passiert etwas Unverhofftes. Und das erweist sich als folgenreicher als anfangs vermutet. Captain Michaela Brauer schlägt sich allerdings mit einem ganz anderen Problem herum.



In der Zeit, als der Planet noch bewohnt war, spielt die Geschichte „Der letzte Tag im Paradies“ in der 2014er SF-Anthologie von Fantasyguide.de.



Das Cover des Buches gestaltete Berthold Sachsenmaier.



 

Was bisher geschah …

Die Menschen hatten es endlich geschafft: Ein neuer Antrieb erlaubte es ihnen, Raumschiffe zu bauen, die schneller waren und damit weiter ins All vordringen konnten. Das erste Galaxy-Ship, die Hope, hatte bereits drei Reisen absolviert und dabei faszinierende Erkenntnisse über die näher am Zentrum der Milchstraße gelegenen Bereiche sammeln können. Die Wissenschaftler auf der Erde, dem Mars und dem menschlichen Außenposten Wöltu hatten neue Daten für ihre Forschungen erhalten und selbst auf Warén, wo die einzige den Menschen bis dahin bekannte außerirdische Zivilisation existierte, stießen die Forschungsergebnisse der GS1 Hope auf Interesse.

Auch von der vierten Reise versprachen sich die Menschen Bewegendes. Sie bekamen es, in mehrfacher Hinsicht.
 Zum einen stellte sich heraus, dass es nicht einfach nur weitere außerirdische Zivilisationen gab, sondern dass die inneren Gebiete der Galaxis sogar recht dicht mit zahlreichen Völkern besiedelt waren.

Zum anderen erwies sich, dass die Völker und Bündnisse mitnichten friedlich miteinander lebten. Die Hope war zwischen die Fronten zweier derartiger Sternenreiche geraten. Sowohl die Besatzung des Schiffes der Nugroma als auch die Crew des Föderationskreuzers hatten die Hope für ein jeweils feindliches Schiff gehalten und beschossen. Beinahe ein Viertel der Besatzung der Hope war dabei ums Leben gekommen. Während die Nugroma es nach der Entdeckung ihres Irrtums dabei bewenden ließen, hatte der Föderationscaptain den Menschen Hilfe angeboten. Seine Ingenieure hatten die Hope notdürftig zusammengeflickt, so dass sie die Heimreise antreten konnte. Im Gepäck ein Dutzend Tote und ein Freundschaftsangebot der Planetaren Föderation.

Zu Hause auf der Erde wurde die Hope verschrottet und die Hoffnung begraben, dass der Mensch in Zukunft ohne Militär auskommen würde. Die Warner hatten Recht behalten. Jetzt konnten sie sich das Verdienst an die Brust heften, komplette Strukturpläne für die militärische Restrukturierung der eben als zivil umgestalteten Sternenflotten aus dem Hut ziehen zu können und Bewaffnungsschemata für das sich im Bau befindliche Galaxy-Ship 5 parat zu haben.

Die Idee eines Terranischen Bundes erhielt nun ebenfalls neue Nahrung. Bisher hatte man die Beziehungen zwischen den Menschenwelten eher projektbezogen organisiert – bei nur drei Planeten schien mehr auch nicht sinnvoll zu sein. Doch nun ging die Gründung schnell vonstatten: Bereits ein Jahr nach der Rückkehr der Hope wurden die Verträge zwischen Erde, Mars und Wöltu unterzeichnet.


Ob Warén dem Bund beitreten sollte, wurde deutlich länger diskutiert. Einerseits wäre der Planet der dann am weitesten vorgerückte Posten des neuen Bündnisses und damit strategisch wertvoll gewesen. Anderseits war die warénische Zivilisation extrem klein und damit kaum schlagkräftig: Es gab lediglich eine Stadt und ein paar kleinere Siedlungen im Umland und das Volk der menschenähnlichen Kara zählte nur knapp eine Viertel Million. Wie viele der nichtstofflichen Wahren Herrscher es auf Warén gab, konnten selbst die Kara, die in mentalem Kontakt zu diesen Wesen standen, nicht sagen. Es wäre auch unerheblich gewesen, denn die Herrscher waren außerstande, ihre schützenden Hallen zu verlassen – jegliche Energien der stofflichen Welt waren ein Gefahrenpotential für sie, das sie sorgfältig dosieren und kontrollieren mussten. Dass die Fähigkeit der Wahren Herrscher, den Nanoskosmos zu manipulieren, ein Trumpf in einem Krieg sein könnte, wurde durch diese Empfindlichkeit praktisch belanglos gemacht.

Auch auf Warén war die Meinung über einen Beitritt geteilt. Zwar wäre der Planet bei einem Angriff durch eines des Inneren Völker ohne den Beistand der Menschen schutzlos, doch der Bedarf der Kara nach Kampf war denkbar gering. Zu frisch waren noch die Erinnerungen an den Großen Umbruch, an dessen verheerender Bilanz an Todesopfern die Menschen nicht ganz unschuldig gewesen waren. Auch kursierte die Idee, dass niemand ein militärisches Interesse an dem Wüstenplaneten haben würde, wenn er nicht als Stützpunkt der Menschen galt.

Noch schwerer wog jedoch das Unbehagen angesichts der Vorstellung, dass zahlreiche Menschen auf Warén stationiert würden. Mental ungeschult und nicht in der Lage, ihre Gedanken und Gefühle abzuschirmen, würden sie sich wie wandelnde voll aufgedrehte Psi-Lautsprecher unter den Kara bewegen und die wohlig-kühle Ruhe der Stadt stören. Einige Mitglieder des regierenden Hohen Rates forderten deshalb sogar, jeglichen Kontakt zu den Menschen abzubrechen.

Es gab jedoch auch Kara, die in den Menschen die Chance sahen, nach den Jahrhunderten der Isolation auf Warén endlich mehr zu erfahren. So reisten 20 von ihnen gegen den Widerstand des Hohen Rates mit der GS4 Marco Polo zur Erde, um dort zu lernen. Zwei dieser Wagemutigen brachen schließlich mit der GS5 Explorer zu einer Reise in den äußeren Solarm der Milchstraße auf. Niemand erwartete dort draußen spektakuläre Entdeckungen. Aber sich zu irren war schon immer eine der spannendsten menschlichen Eigenschaften gewesen.



 

Aus Rezensionen


Ralf Steinberg in fantasyguide.de:
Bereits nach wenigen Seiten dürfte klar sein, wie stark »Zweisam oder Die Sache mit Akakor« von »Star Trek – The Next Generation geprägt ist. Es gibt sehr viele strukturelle Dinge, die jon für ihren Roman übernommen hat. Vom separaten Kapitänsraum samt Teezeremonie, ein dem Captain gleichgestellter Chefarzt, Schichtdienst auf der Brücke und ein Sicherheitsteam bis hin zum typischen Unfall eines Außenteammitglieds.
Auch der grundsätzlich optimistische Tonfall von TNG findet sich wieder. Darauf baut jon Handlung und Figuren auf und entwickelt beides zu dem für die Autorin typischen, intensiven Beziehungsgeflecht, das sich stets auf mehrere Ebenen erstreckt.

Michaela Brauer ist eine junge Frau mit Vergangenheit. Auch ohne die vorausgegangenen Geschichten zu kennen, wird schnell deutlich, dass sie mit den Warénern mehr verbindet als die Unterstützung einer Forschungsarbeit. Während der Mission nun vertieft sich die Bindung zu den Kara. Verkompliziert wird das auf der einen Seite durch ein zunächst verborgenes Mitbringsel von Warén. Als die Ereignisse auf dem toten Planeten weitere Figuren ins Spiel bringen, beginnen nicht nur die Gefühle verrückt zu spielen.
Stets läuft sie Gefahr, sich ihrer eigenen Entscheidungskompetenz nicht mehr sicher sein zu können. Für die Kaptänin eines Raumschiffs keine perfekte Situation.
Trotz dieses Risikos und zunehmender gesundheitlicher Probleme lässt jon ihre Hauptfigur jedoch niemals auch nur in die Nähe des Scheiterns geraten. Souverän bis zum Schluss, ist Michaela Brauer eine sensible und vor allem authentische Frau mit dem festen Willen, die Probleme auf ihre Art und Weise zu lösen.
Die Männer an ihrer Seite erreichen diese Beschreibungstiefe nicht. Nur einige dürfen über ihre Funktion hinaus Profil entwickeln. Gerade im letzten Teil generieren sie archetypische Konflikte wie Eifersucht und Kompetenzgerangel, die nicht zur vorausgesetzten Ethikentwicklung zu passen scheinen.
Auch der merkwürdige Diskriminierungswahn des Chefarztes stößt etwas sauer auf, weil er keine rationale Erklärung erhält und die Figur für eine emotionale Herleitung zu wenig Raum bekommt.

Die Anbindung an die Kurzgeschichte »Der letzte Tag im Paradies« aus der Anthologie »Am Ende des Regens« ist der eigentlich Clou des Romans. Hier zeigt jon die große Stärke ihres über viele Jahre gewachsenen Universums. Die Konsequenzen der Entdeckungen dort offenbaren jedoch eine Schwäche. So wirkt gerade das als verworren dargestellte Zusammenraufen der vom Planeten zurückgekehrten Besatzungsmitgliedern sehr flüchtig behandelt und nicht ausgereizt.

Es wird spannend sein zu sehen, wohin jon ihre Michaela Brauer, ob in weiteren Kurzgeschichten oder Romanen, noch führen wird. Warén liefert garantiert noch viel Stoff dafür.

Fazit:
»Zweisam oder Die Sache mit Akakor« ist eine gewohnt feinfühlige Reise in das Warén-Universum. Die Autorin erzählt die Geschichte einer starken Frau und verleiht mit tiefen Blicken in das Innenleben von Michaela Brauer der spannenden Science-Fiction Story eine ganz eigene Note.


Leela auf lovelybooks.de:
"Zweisam oder die Sache mit Akakor" ist ein solider Science-Fiction-Roman für alle, die Spaß an klassischen Weltraumabenteuern und der Erkundung unbekannter Planeten haben. Vor allem in der ersten Buchhälfte kommt man da sehr auf seine Kosten - dieser Abschnitt ist abenteuerlich und hat mir wirklich Spaß gemacht. Die zweite Buchhälfte ist anders - hier geht es eher um das Zusammenspiel der Charaktere untereinander, mystische Phänomene und zum Schluss sogar ein wenig Philosophie. Einige Ideen hier fand ich originell. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich sagen, dass mir die erste Hälfte des Buches besser gefallen hat, weil deutlich mehr Aktion in der Geschichte steckte. Andererseits ergeben beide Buchteile ein Ganzes, das gut zusammenpasst, auch wenn ich das Ende als eher antiklimatisch empfand. Überhaupt merkt man beim Lesen schnell, dass dieses Buch Teil einer Reihe ist - wozu all das, was hier passiert ist, führt, wird man wohl erst im nächsten Buch erfahren können. Die Vorgänger kann man ja immerhin noch bekommen, wenn man sich etwas umsieht.


Insgesamt hätte ich mir noch ein bisschen mehr Action und vor allem eine größere Auflösung der Ereignisse auf dem Planeten gewünscht. Davon ab hat mich das Buch aber gut unterhalten und neugierig auf weitere Geschichten von jon gemacht.


 

„Zweisam oder Die Sache mit Akakor“

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