Aus Rezensionen


Ralf Steinberg in fantasyguide.de:
Bereits nach wenigen Seiten dürfte klar sein, wie stark »Zweisam oder Die Sache mit Akakor« von »Star Trek – The Next Generation geprägt ist. Es gibt sehr viele strukturelle Dinge, die jon für ihren Roman übernommen hat. Vom separaten Kapitänsraum samt Teezeremonie, ein dem Captain gleichgestellter Chefarzt, Schichtdienst auf der Brücke und ein Sicherheitsteam bis hin zum typischen Unfall eines Außenteammitglieds.
Auch der grundsätzlich optimistische Tonfall von TNG findet sich wieder. Darauf baut jon Handlung und Figuren auf und entwickelt beides zu dem für die Autorin typischen, intensiven Beziehungsgeflecht, das sich stets auf mehrere Ebenen erstreckt.

Michaela Brauer ist eine junge Frau mit Vergangenheit. Auch ohne die vorausgegangenen Geschichten zu kennen, wird schnell deutlich, dass sie mit den Warénern mehr verbindet als die Unterstützung einer Forschungsarbeit. Während der Mission nun vertieft sich die Bindung zu den Kara. Verkompliziert wird das auf der einen Seite durch ein zunächst verborgenes Mitbringsel von Warén. Als die Ereignisse auf dem toten Planeten weitere Figuren ins Spiel bringen, beginnen nicht nur die Gefühle verrückt zu spielen.
Stets läuft sie Gefahr, sich ihrer eigenen Entscheidungskompetenz nicht mehr sicher sein zu können. Für die Kaptänin eines Raumschiffs keine perfekte Situation.
Trotz dieses Risikos und zunehmender gesundheitlicher Probleme lässt jon ihre Hauptfigur jedoch niemals auch nur in die Nähe des Scheiterns geraten. Souverän bis zum Schluss, ist Michaela Brauer eine sensible und vor allem authentische Frau mit dem festen Willen, die Probleme auf ihre Art und Weise zu lösen.
Die Männer an ihrer Seite erreichen diese Beschreibungstiefe nicht. Nur einige dürfen über ihre Funktion hinaus Profil entwickeln. Gerade im letzten Teil generieren sie archetypische Konflikte wie Eifersucht und Kompetenzgerangel, die nicht zur vorausgesetzten Ethikentwicklung zu passen scheinen.
Auch der merkwürdige Diskriminierungswahn des Chefarztes stößt etwas sauer auf, weil er keine rationale Erklärung erhält und die Figur für eine emotionale Herleitung zu wenig Raum bekommt.

Die Anbindung an die Kurzgeschichte »Der letzte Tag im Paradies« aus der Anthologie »Am Ende des Regens« ist der eigentlich Clou des Romans. Hier zeigt jon die große Stärke ihres über viele Jahre gewachsenen Universums. Die Konsequenzen der Entdeckungen dort offenbaren jedoch eine Schwäche. So wirkt gerade das als verworren dargestellte Zusammenraufen der vom Planeten zurückgekehrten Besatzungsmitgliedern sehr flüchtig behandelt und nicht ausgereizt.

Es wird spannend sein zu sehen, wohin jon ihre Michaela Brauer, ob in weiteren Kurzgeschichten oder Romanen, noch führen wird. Warén liefert garantiert noch viel Stoff dafür.

Fazit:
»Zweisam oder Die Sache mit Akakor« ist eine gewohnt feinfühlige Reise in das Warén-Universum. Die Autorin erzählt die Geschichte einer starken Frau und verleiht mit tiefen Blicken in das Innenleben von Michaela Brauer der spannenden Science-Fiction Story eine ganz eigene Note.


Leela auf lovelybooks.de:
"Zweisam oder die Sache mit Akakor" ist ein solider Science-Fiction-Roman für alle, die Spaß an klassischen Weltraumabenteuern und der Erkundung unbekannter Planeten haben. Vor allem in der ersten Buchhälfte kommt man da sehr auf seine Kosten - dieser Abschnitt ist abenteuerlich und hat mir wirklich Spaß gemacht. Die zweite Buchhälfte ist anders - hier geht es eher um das Zusammenspiel der Charaktere untereinander, mystische Phänomene und zum Schluss sogar ein wenig Philosophie. Einige Ideen hier fand ich originell. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich sagen, dass mir die erste Hälfte des Buches besser gefallen hat, weil deutlich mehr Aktion in der Geschichte steckte. Andererseits ergeben beide Buchteile ein Ganzes, das gut zusammenpasst, auch wenn ich das Ende als eher antiklimatisch empfand. Überhaupt merkt man beim Lesen schnell, dass dieses Buch Teil einer Reihe ist - wozu all das, was hier passiert ist, führt, wird man wohl erst im nächsten Buch erfahren können. Die Vorgänger kann man ja immerhin noch bekommen, wenn man sich etwas umsieht.


Insgesamt hätte ich mir noch ein bisschen mehr Action und vor allem eine größere Auflösung der Ereignisse auf dem Planeten gewünscht. Davon ab hat mich das Buch aber gut unterhalten und neugierig auf weitere Geschichten von jon gemacht.