„Man gönnt sich ja sonst nichts …“

Begleitworte zum Buch

„Science Fiction ist die harte Droge der Literatur.“ (Brian W. Aldiss in „The Billion Yera Spree“)

Lesen macht süchtig. Schreiben auch. Immer spannender, immer dichter, immer klarer auf den Punkt gebracht soll es sein. Faszinierend ungewöhnlich und heimbietend vertraut. Kompromisslose Fragen. Antworten, denen man glauben kann. So gesehen führt jeder literarische Weg irgendwann zur Science Fiction.

Theoretisch jedenfalls.

In Wirklichkeit wagen nur wenige den Sprung, sich nicht nur auf neue Geschichten im Rahmen des Möglichen einzulassen, sondern den Rahmen selbst zu verändern. Der Kniff an sich ist weder neu , noch hat ihn die SF gepachtet – Leute beispielsweise, die als Kind beschließen, einfach nicht mehr zu wachsen, und das dann auch tun, sind auch nicht wirklich „realistisch“. Insofern ist SF nur konsequent.

Warum ist der SF-Kreis dann so klein? Ich wage zu behaupten, er sich auch nicht kleiner als der jener, die „große Literatur“ lesen oder schreiben. Beides ist nicht „nebenbei“ zu machen. Bei beidem müssen Fantasie und Logik in gleichem Maß aktiviert werde. Bei beidem muss die Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen, ähnlich stark ausgeprägt sein. Bei beidem bestimmt die Fähigkeit, hinter die Bilder zu sehen, den Grad des Gewinns.

In der Leselupe – der größten Literaturplattform ihrer Art im deutschsprachigen Internetraum übrigens – spiegelt sich all dies. Das Forum Science Fiction mag zu den kleineren gehören – verstecken muss es sich nicht. Gastleser, die „mal eben so“ hereinschauen, finden immer Geschichten, deren Qualität sie mit Lob honorieren. Ohne SF-Fans zu sein, wohlgemerkt.

Doch auch die Science-Fiction-Kenner finden hier immer wieder spannend neue Texte. Manche von Autoren, die die Leslupe für ihr Debüt wählten, manche von Autoren, die bereits Erfahrungen mit dem Veröffentlichsein sammeln konnten. Und es gibt Autoren, die den Sprung zum Gedrucktwerden durch die Leselupe geschafft haben. Weil sie sich hier ausprobieren durften und weil sie hier freundschaftliche Tipps von anderen Autoren bekamen, an denen sie und ihre Texte wachsen konnten.


Dieses Buch ist für all jene gedacht, die Science Fiction kennnenlernen möchten. Und natürlich auch für die SF-Abhängigen, die immer auf der Suche nach neuem „Stoff“ sind. Ich kann Ihnen, lieber Leser, merkwürdige Begegnungen versprechen, existenzielle Fragen und schrägen Humor, Liebe und Leid, Action und Alltag – eben all das, was Literatur lesenswert macht.


Und schauen Sie doch mal im Science-Fiction-Forum von www.leselupe.de herein! Man gönnt sich ja sonst nichts …


jon
Leipzig, 20. Juni 2004