„Entdeckungen
… und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“

Leselupen-Bücherei, Band 7
Science Fiction in der Leselupen-Bücherei, Band 2

 

Leselupe

Auf Leselupe kommen Texte unter die Lupe – Autoren übernehmen für ihre Kollegen die Rolle des Betalesers oder sogar Lektors. Für Gäste bietet die Plattform jede Menge Lesestoff. Einiges davon schafft es in eine der Leselupen-Anthologien.


„Entdeckungen und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“

… war das zweite Science-Fiction-Buch der Leselupen-Bücherei. Die Ansprüche bei der Auswahl waren ähnlich, mit der Ergebnis hab ich mich wohlgefühlt. Wo im Vorgänger noch Aphorismen als „Füller“ dienten, habe ich hier den Platz für Science-Fiction-Gedichte genutzt. Ja sowas gibt es, auch wenn außer Bernd Hutschenreuther wohl kaum jemand „sowas“ mit so viel Liebe und Einfallsreichtum „fabriziert“. Neben den Begleitworten zum Buch enthält dieser Band von mir „Verschwörung der Christkinder“ .


 

„Entdeckungen
… und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“

Begleitworte zum Buch

„Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen. “ (Francis Bacon)

1
Das Beste am Leben ist, dass es voller Entdeckungen steckt. Auch wenn man manche Entdeckung lieber nicht gemacht hätte. Das war so, das ist so und das wird so sein, solange Menschen leben. Vielleicht sogar länger.
Nicht nur deshalb ist Science Fiction das Genre der Wahl, wenn man sich mit Entdeckungen beschäftigen will. Eines der größten Vergnügen für Science-Fiction-Autoren und ihre Leser ist es zweifellos, sich Dinge möglich zu denken, im Fundus der Fantasie Sachen aufzustöbern, die das Gewohnte auf den Kopf stellen. Oder zu entdecken, wie ein veränderter Blickwinkel Banalem eine ungeheuerliche Dimension verleiht. Davon ausgehend ist alles möglich: von Turbulenzen, in die ein Einzelner im Kielwasser einer Entdeckung gezogen wird, bis hin zu Mahlströmen, die ganze Gesellschaften um- und umwenden. Das macht Literatur, das macht Science Fiction spannend.
14 Autoren der Leselupe, der größten Internetplattform ihrer Art im deutschsprachigen Raum, und zwei Gastautoren laden Sie ein zu einer Expedition durch die Welt, wie sie nicht ist, aber durchaus sein könnte. Denn manchmal ist es nur ein Detail, das alles ändert, ein winziges, noch unentdecktes Detail …

2
Das Beste am Internet ist, dass es voller Entdeckungen steckt. Manche sind das Googeln nicht wert, manche eröffnen ganz neue Horizonte. Die Leselupe zum Beispiel hat manchem Hobbyautor zum ersten Mal eine Plattform gegeben, auf der er nicht nur seine Texte vorstellen, sondern sich auch mit Gleichgesinnten darüber austauschen kann. „Learning by Doing“ – nicht selten bis hin zur Veröffentlichungsreife.
Gerade in Sachen Literatur bietet „das Netz“ aber noch viel unglaublichere Entdeckungen. Auch wenn die Idee, das Internet würde Bücher zu ungefragten Relikten werden lassen, längst überholt scheint: Das World-Wide-Web ist eine wahre Schatzkammer für Neuentdeckungen im Bereich der Kurzgeschichten und Erzählungen. Weil niemand alle Ecken des Internets regelmäßig durchforsten kann, sind gedruckte Sammlungen wie diese hier doppelt wirksam – man bekommt frischen, sozusagen unverbrauchten Schmökerstoff in die Hand und man findet lauter neue Autorennamen, nach denen zu googeln lohnt. Am einfachsten ist es natürlich, gleich www.leselupe.de einzutippen.
Aber ich will Ihnen unsere Gastautoren nicht unterschlagen: Da ist zum einen Edgar Güttge, ein guter Bekannter aus dem ersten Science-Fiction-Band der Leselupen-Bücherei, und zum anderen Wilko Müller jr., über dessen Beitrag in diesem Buch ich mich besonders freue. Sie finden ihn zwar nicht auf den Grünen Seiten der Leselupe, aber ein Blick ins „Netz“ lohnt sich auch in diesem Fall: Der Autor und Herausgeber der Edition Solar X ist sowas wie ein alter Hase auf dem Gebiet der Phantastik – als Schreiber, als Rezensent und auch als Förderer. Wenn Sie noch nie von ihm gehört haben: Diese Entdeckung lohnt sich garantiert.

3
Das Beste an diesem Buch ist, dass es voller Entdeckungen steckt. Und das ist – glaube ich – das Wichtigste, was man über diesesBuch sagen kann. Also nehmen Sie es so, wie es gemeint ist: als Angebot, auf Entdeckungsreise zu gehen.

jon
Leipzig, im Oktober 2006




 

„Entdeckungen
… und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“

Rezension mit einem Überblick über die einzelnen Geschichten

von Ulrich Blode (FantasyGuide).

Die Zukunft bedeutet Entdeckung. Doch es stellt sich die Frage des geeigneten Transportmittels, vielleicht per Zeitmaschine oder doch besser mit einem Raumschiff? Beides hat so seine Tücken, über die manche Reisende zu berichten wissen. Mit dem allerneuesten Antrieb gelangt man bequem und ohne größere Probleme bis an den Rand des Universums, um von dort in eine höhere Sphäre zu fliegen. Aber Vorsicht sollte der walten lassen, der nur noch als ein Atom im neuen, übergeordneten Universum erscheint (Edgar Güttge: C Tee C).

Also bleibt man doch lieber zu Hause, denn Nichts ist schöner als bei Freunden zu sein. Tja, und dann stellt sich heraus, dass gerade die menschlichste Freundin eine Androidin ist. Auch nicht schlimm, denn wahre Freundschaft hat mehr mit der Seele als mit der Bausubstanz des Körpers zu tun (Marc Müntz: Homogenesis II). Künstliche Geschöpfe sind aber zuweilen anders, sie sehnen sich nach Intelligenz und Gefühlen, oder sie werden Anziehungspunkt für fremde Geistswesen, die nach einem neuen Behältnis suchen (Marc Müntz: zwEIns). Und schließlich übernehmen Roboter die Weltherrschaft, gewiss nicht ohne Zustimmung des Menschen, weil der zu träge ist und alle Befehlsgewalt einfach abgibt. Versuche die alte Herrschaft zu restaurieren scheitern an allem Möglichen, nicht zuletzt an der Intelligenz der Roboter (Fugalee Page: AI Robot)

Neben den eigenen künstlichen Geschöpfen begegnet der Reisende in der Zukunft auch außerirdischen Geschöpfen. Es sind Fremde, die das Weltall durchkreuzen, ab und zu sich auf der Erde sehen lassen. Die Gelegenheit ist günstig einem dieser über-, unter- oder nebenirdischen Geschöpfen zu begegnen. Nur erkennen müsste man sie, schließlich will man den Kolonisten und Besuchern ein herzliches Willkommen bieten. Pech, wenn sich alle hier schon niedergelassen haben und sich wie Menschen benehmen, während der echte Homo Sapiens niemals aus der Evolution hervorgegangen ist. Aber vielleicht ist ja der Yeti ein Original (Jennifer Schreiner: Alienforschung).

Doch ist der Mensch überhaupt geschaffen für die Unbequemlichkeiten der Wüsten-, Eis- und Sumpfplaneten? Rülpsend sitzen wir vor dem Fernseher und sehen die Groupies, die sich den Helden der interstellaren Abwehr an den Hals werfen wollen (Michael Schmidt: Der Freiheitskämpfer). Irgendwie gibt es auch Müllhalden zu Hause, wenn wir unsere Ehepartner schon schlecht behandeln, dann wird es draußen unter den Sternen auch nicht besser sein. Zumindest mit den Aliens sind wir nicht verheiratet, Unterhaltszahlungen sind also ausgeschlossen.

Am Ende sind wir genauso klug wie vorher, oder genauso dumm. Einmal auf den falschen Knopf gedrückt holt uns zugleich eine Rettungsflotte ab und bringt uns ins Nirgendwo (Wilko Müller jr.). Zurück bleiben die Mäuse mit ihren Datapads; endlich übernehmen wahre Intelligenzen die Erde:


Unterhaltsam sind die Geschichten in „Entdeckungen …und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“ in jedem Fall. Einigen fehlt es an Finesse, an Details, der Stil ist manchmal auch nicht so gut. Großes Lob jedoch für Ideen, die über einen tristen Tag hinweghelfen, weil die Autoren sich vornehmlich für humoristische Geschichten entschieden haben. Ganz so schlimm kann es um die deutsche Science Fiction nicht stehen, wenn sich derart viele um eine Zukunft Gedanken machen, die zwar voll mit Unwägbarkeiten ist, aber mit Optimismus zu bestehen ist.

Bernd Hutschenreuther (Bernd) - Gedichte aus "Des Kyborgs Wunderhorn"
Marc Müntz (Asmodeus) - Homogenesis II: HeartCorePain
Marc Müntz (Asmodeus) - zwEIns
Rumpelsstilzchen - Johnnie Walker
Rumpelsstilzchen - Auch eine Möglichkeit
Michael Schmidt - Der Freiheitskämpfer
Jennifer Schreiner - Alienforschung
Michael Flick(Amadis)- Hallo, sagte der Schädling
Michael Flick(Amadis)-Stammgast bei Ernestine's
Fugalee Page - AI Robot
Alexandra Schulz (Sandra) - Octopus
Dietmar Preuß - Die Mutter des Pluto
Ralf Steinberg (lapismont) - Die Landung
Achim Hildebrand (Mazirian) - Lieder von Freiheit und vom Tod
Joachim Freigang (prospero) - Raumflug mit Göttin
Joachim Freigang (prospero) - Der Regenstein
jon - Verschwörung der Christkinder
Volker Hagelstein - Die Infektion
Volker Hagelstein - Der Truck
Wilko Müller jr. (Gastautor) - Tag X
Edgar Güttge (Gastautor) - Lila Kurazao
Edgar Güttge (Gastautor) - C Tee C

Herausgegeben von jon
Titelbild: Susanne Jaja (poppins)



 

„Entdeckungen
… und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“

Aus Rezensionen

von Lector in die-lese-ecke.de (25. 12. 2006) .
Ich fand jede Geschichte ohne Ausnahme ansprechend. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Autoren gereift sind oder einfach, dass hier "bessere" Autoren Eingang fanden. Auch in diesem 2. Band findet man eine recht breite Palette an Geschichten, die mehr oder weniger sciFimäßig sind.


von Cybernaut auf Scifinet.org

Aber die anderen Geschichten vermögen es, den Leser in ihren Bann zu ziehen und spannend zu unterhalten. Dabei ist die Bandbreite der angebotenen Storys bemerkenswert, wobei ich die eine oder andere vielleicht eher zur allgemeinen Phantastik als zur SF gerechnet hätte, was den Geschichte aber sicher nicht zum Nachteil gereicht. … Zuletzt wollte ich noch die eingestreuten Gedichte aus "Des Kyborgs Wunderhorn" von Bernd Hutschenreuther erwähnen. Wenn auch nicht jedes wirklich originell ist, sind sie doch alle wunderbar verspielt und für mich eine willkommene Abwechslung und Auflockerung zwischen den Geschichten. Eine echte Entdeckung also.



 

„Entdeckungen
… und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“

Das Buch kaufen

„Entdeckungen und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“ ist hier zu haben:

Web-Site-Verlag.
amazon.


Zum Selbstsuchen:
ISBN 978-3-935982-70-2 = 9783935982702