„Entdeckungen
… und andere Unwägbarkeiten der Zukunft“

Begleitworte zum Buch

„Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen. “ (Francis Bacon)

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Das Beste am Leben ist, dass es voller Entdeckungen steckt. Auch wenn man manche Entdeckung lieber nicht gemacht hätte. Das war so, das ist so und das wird so sein, solange Menschen leben. Vielleicht sogar länger.
Nicht nur deshalb ist Science Fiction das Genre der Wahl, wenn man sich mit Entdeckungen beschäftigen will. Eines der größten Vergnügen für Science-Fiction-Autoren und ihre Leser ist es zweifellos, sich Dinge möglich zu denken, im Fundus der Fantasie Sachen aufzustöbern, die das Gewohnte auf den Kopf stellen. Oder zu entdecken, wie ein veränderter Blickwinkel Banalem eine ungeheuerliche Dimension verleiht. Davon ausgehend ist alles möglich: von Turbulenzen, in die ein Einzelner im Kielwasser einer Entdeckung gezogen wird, bis hin zu Mahlströmen, die ganze Gesellschaften um- und umwenden. Das macht Literatur, das macht Science Fiction spannend.
14 Autoren der Leselupe, der größten Internetplattform ihrer Art im deutschsprachigen Raum, und zwei Gastautoren laden Sie ein zu einer Expedition durch die Welt, wie sie nicht ist, aber durchaus sein könnte. Denn manchmal ist es nur ein Detail, das alles ändert, ein winziges, noch unentdecktes Detail …

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Das Beste am Internet ist, dass es voller Entdeckungen steckt. Manche sind das Googeln nicht wert, manche eröffnen ganz neue Horizonte. Die Leselupe zum Beispiel hat manchem Hobbyautor zum ersten Mal eine Plattform gegeben, auf der er nicht nur seine Texte vorstellen, sondern sich auch mit Gleichgesinnten darüber austauschen kann. „Learning by Doing“ – nicht selten bis hin zur Veröffentlichungsreife.
Gerade in Sachen Literatur bietet „das Netz“ aber noch viel unglaublichere Entdeckungen. Auch wenn die Idee, das Internet würde Bücher zu ungefragten Relikten werden lassen, längst überholt scheint: Das World-Wide-Web ist eine wahre Schatzkammer für Neuentdeckungen im Bereich der Kurzgeschichten und Erzählungen. Weil niemand alle Ecken des Internets regelmäßig durchforsten kann, sind gedruckte Sammlungen wie diese hier doppelt wirksam – man bekommt frischen, sozusagen unverbrauchten Schmökerstoff in die Hand und man findet lauter neue Autorennamen, nach denen zu googeln lohnt. Am einfachsten ist es natürlich, gleich www.leselupe.de einzutippen.
Aber ich will Ihnen unsere Gastautoren nicht unterschlagen: Da ist zum einen Edgar Güttge, ein guter Bekannter aus dem ersten Science-Fiction-Band der Leselupen-Bücherei, und zum anderen Wilko Müller jr., über dessen Beitrag in diesem Buch ich mich besonders freue. Sie finden ihn zwar nicht auf den Grünen Seiten der Leselupe, aber ein Blick ins „Netz“ lohnt sich auch in diesem Fall: Der Autor und Herausgeber der Edition Solar X ist sowas wie ein alter Hase auf dem Gebiet der Phantastik – als Schreiber, als Rezensent und auch als Förderer. Wenn Sie noch nie von ihm gehört haben: Diese Entdeckung lohnt sich garantiert.

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Das Beste an diesem Buch ist, dass es voller Entdeckungen steckt. Und das ist – glaube ich – das Wichtigste, was man über diesesBuch sagen kann. Also nehmen Sie es so, wie es gemeint ist: als Angebot, auf Entdeckungsreise zu gehen.

jon
Leipzig, im Oktober 2006