„Am Ende des Regens“

präsentiert von Fantasyguide.de
AndroSF41; Herausgeber Michael Schmidt
Mit zwei für den Kurd-Laßwitz-Preis nominierten Geschichten.

 

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… ist ein Online-Magazine, das sich der Phantastik verschrieben hat. Insbesondere geht es um phantastische Literatur der Bereiche Science Fiction, Fantasy und phantastischer Thriller.


„Am Ende des Regens“

… ist im Rahmen der Reihe AndroSF erschienen und wurde vom Science Fiction Club Deutschland unterstützt. Dieser Band enthält von mir die Geschichten „Am Ende des Regens“ und „Der letzte Tag im Paradies“, die beide in der Warén-Welt angesiedelt sind.

Ich konnte schon in der Produktionsphase einen Blick auf die anderen Geschichten werfen und war sehr davon angetan, dass das erzählerische und thematische Niveau sehr wohl erkennen lässt, dass hier Kenner und Liebhaber des Genres am Werke waren. Dabei streut die Palette der Sujets recht weit von der eher klassischen Erkunder-Konstellation über eine ins satirisch-lockere überspitzte Beamten-Story bis hin zur Liebesgeschichte und zu klassisch Mystischem.

Der Inhalt:
Achim Hildebrand – Lieder von Freiheit und Tod
Sven Klöpping – Schwarz
Karla Schmidt – Plateau
Ralf Steinberg – Kluft
Ulrike Jonack – Der letzte Tag im Paradies
Ralf Steinberg – Amtsfreuden
Sven Klöpping – Lichtzeitjagd
Ernst-Eberhard Manski – Eine Landebahn für den Albatros
Achim Hildebrand – Nutzungsrecht
Michael Schmidt – Battery
Ulrike Jonack – Am Ende des Regens
Nina Allan – Meines Bruders Hüter


 

Meinungen zu „Am Ende des Regens“


www.livekritik.dewww.livekritik.de schreibt Ellen Norten:
Die Geschichten sind ausgesprochen kreativ und fantasievoll. Ich empfinde sie als gute Unterhaltung, und sie ermöglichen auch dem Nicht-Science-Fiction-Fan einen guten Einblick in das Genre.
Für den SF-Club Baden-Württemberg schreibt Michael Baumgartner:
Eine Sammlung guter bis sehr guter Science Fiction-Geschichten, die zuerst bei Fantasyguide.de erschienen sind.
Die Sammlung beginnt stark mit „Lieder von Freiheit und Tod“ von Achim Hildebrand. Der mysteriöse Tod eines Wissenschaftlers auf einer Forschungsstation ruft die Generalistin auf den Plan. Der Planet, auf dem die Forschungsstation befindet, beherbergt nur eine Lebensform, riesige Einzeller. Und ein Experiment scheint zu belegen, dass sie für den Tod des Wissenschaftlers verantwortlich sind. Aber sind sie deshalb gefährlich? Eine Geschichte, die ein neues Licht auf das Leben und die Evolution wirft. Diese Geschichte darf gerne ein drittes Mal veröffentlicht werden, vielleicht dieses Mal in einer internationalen Anthologie.
Sven Klöppings erste Geschichte („Schwarz“) von einem rätselhaften Trip in der Dunkelheit, deren realer Hintergrund erst am Ende der Geschichte aufgedeckt wird, ist nicht wirklich Science Fiction, aber immerhin interessant.
Hacker stellen in „Kluft“ von Ralf Steinberg irgendwas an, und die Infrastruktur von Berlin bricht zusammen. Die Geschichte selbst ist nicht sonderlich originell, aber gewinnt durch den Stil und die ziemlich authentisch wirkende Sprache der Hacker.
„Plateau“ von Karla Schmidt gehört zu den Geschichten, die ein großes Hintergrundbild beleuchten, dass man meint, sie seien ein Teil einer größeren Erzählung oder gar eines Romans. Ein Touristenführer und eine Frau aus dem „Nachtlicht“, einem gigantischem Raumschiff, das bald zu den Sternen aufbrechen wird, sind unterwegs in der Sahara mit dem Ziel, den Kameraden der Frau aufzufinden. Einfühlsam erzählt aus der Perspektive des Nordafrikaners.
Ein interstellarer Krieg, eine Forschungsstation auf einem paradiesischen Planeten, die einen Duplikator entwickelt, und idealistischer Wissenschaftler, das sind die Ingredienzien von „Der letzte Tag im Paradies“ von Ulrike Jonak. Der Forschungsleiter merkt nicht, dass sein Duplikator viel stärker verwendet, als er für zulässig hält. Er ist ganz in seinen privaten Problemen und seiner Forschung beschäftigt. Eine spannende Geschichte, bei der sich der Leser auch seinen Teil dazu denken muss.
In Mittelpunkt von „Amtsfreuden“ von steht der dienstbeflissene und anachronistische Postbote Vanus Lanzmeier, der für die Ameisen , Invasoren der Erde, unterwegs ist, und dabei lieber den neuen Herren dient als sich mit seinen Artgenossen zu solidarisieren. Eine bissige Satire auf Beamtenmentalität von Ralf Steinberg. Lesenswert.
„Lichtzeitjagd“ ist die zweite Geschichte von Sven Klöpping. Ein Künstler, der von seinem Raumschiff aus Aufnahmen von astronomischen Objekten macht, wird in einen interstellaren Konflikt hineingezogen, denn er hat ungewollt eine Raumschiffschlacht eingenommen, Nun soll er helfen die aggressiven Aliens abzuwehren. Aber es ist eben nicht immer so, wie es sich die Menschen vorstellen. Eine spannende Geschichte, die auf der Faszination der Weltraumfotografie beruht.
„Eine Landebahn für den Albatros“ führt uns in eines der kauzigsten Universen der Science Fiction. In einer Welt, in der immer mehr Lebewesen Intelligenz erhalten und deren Interessen dementsprechend berücksichtigt werden müssen, hat das Büro für Artismusbekämpfung viel Arbeit. Die Beamten, ein Mensch, ein Jucca-Palme und ein Kaktus (!) haben keinen leichten Job, denn es geht sehr turbulent in der Geschichte zu. Aber sie schlagen sich wirklich wacker und finden immer Lösungen. Sehr vergnüglich und von Ernst-Eberhard Manski konsequent in ihrer Absurdität durchgezogen.
„Nutzungsrecht“ von Achim Hildebrand verknüpft die moderne Ausbeutung von Pflanzen des Regenwaldes mit der Idee, dass die Evolution des Menschen das Werk von Außerirdischen war. Die haben aber keine hehren Ziele sondern auch nur die Ausbeutung der Erde im Sinn. Und jetzt wollen sie ernten. Die Geschichte ist bissig, und zeigt sehr gut, wie SF gegenwärtige Tendenzen intelligent kommentieren kann.
„Battery“ von Michael Schmidt ist in dem MegaFusion-Universum, das von Sven Klöpping geschaffen wurde, angesiedelt. MegaFusion bezeichnet den weltumspannenden Großstadt-Komplex, der viele Ebenen hat, wobei die unteren ziemlich unwirtlich sind. Cyberpunk-Elemente, die man als High Tech und Low Life beschreiben kann, gibt es auch. Eine technologisch aufgerüstete Einzelkämpferin bekommt den Auftrag, ein Gespräch zwischen zwei großen Tieren zu belauschen. Die haben eine Sauerei zu verantworten. Als sie merkt, dass ihr Auftraggeber nicht besser ist als die großen Tiere, besinnt sich auf ihre eigenen Regeln. Die doch gewöhnliche Geschichte hebt sich durch die markante Sprache der Hauptfigur etwas von ähnlichen Geschichten ab.
„Am Ende des Regens“ von Ulrike Jonack ist eine Geschichte, die dem Humanismus eine interstellare Bühne gibt. Ein junges Alien muss zur Initiation ein ganzes Jahr allein auf einer Insel verbringen. Doch bald ist es nicht allein, ein schiffbrüchiger Raumfahrer von der Erde leistet ihm Gesellschaft. Ruhig aber eindringlich erzählt.
Der einzige fremdsprachige Beitrag ist „Meines Bruders Hüter“ von Nina Allan. Die britische Autorin erzählt eine phantastische Geschichte. Stephen ist der ältere Bruder von Martin. Der Junge erzählt die Geschichte selbst. Stephen ist schon vor Martins Geburt gestorben, aber er erscheint ihm immer mal wieder. Dass er keine Geistererscheinung im üblichen Sinne ist, wird dann klar, als Martins Uhr, ein Geschenk seiner Tanten, bei einem Sturz kaputtgeht. Die Geschichte entfaltet allmählich einen ganz eigenen Kosmos, und im Verlauf erfährt Martin mehr über seine Herkunft und das Wesen der Zeit. Eine sehr feinfühlig erzählte Geschichte.

Fazit: eine überdurchschnittliche Anthologie, bei der das Lesen Spaß gemacht hat.


In seinem Bücherbrief schreibt Erik Schreiber:
Die vorliegende Kurzgeschichtensammlung handelt von Wissenschaftlern, Nicht-Wissenschaftlern, beruflichen Lebenslichtausblasern und anderen. Sie spielen auf einer fremden Welt oder auf unserer bekannten Erde. In der Gegenwart und in der Zukunft. Das erzählerische und thematische Niveau gefällt mir sehr gut. Dabei möchte ich an dieser Stelle keine Geschichten hervorheben, da ich sonst die anderen herabwürdigen würde. Die Geschichten sind abwechslungsreiche SF- Erzählungen.
AM ENDE DES REGENS ist die zweite Anthologie die mit Fantasyguide.de herausgegeben wurde. Die Mischung ist interessant. Die zwölf Erzählungen von acht Autorinnen und Autoren sind humorvoll, ironisch, fesselnd und immer pointiert.
Eine süffig zu lesende, kurzweilige Kurzgeschichtensammlung mit sympathischen Figuren, die neben dem eigenen Schicksal das der Welt beeinflussen. Michael Schmidt hat in AM ENDE DES REGENS zwölf sehr schöne und passende Geschichten vereint. Was an Geschichten geboten wird, überzeugt mehrheitlich, aber es bestehen auch kleine Lücken, bei den Figuren und Nebenfiguren, hätte ich mir mehr Tiefe und weitere Facetten gewünscht. Aber das sind nur unwichtige Einzelheiten. Die Sammlung selbst ist durchaus gelungen und zu empfehlen.
JJJ.


Auf www.livekritik.de schreibt Ellen Norten als Fazit:
Die Geschichten sind ausgesprochen kreativ und fantasievoll. Ich empfinde sie als gute Unterhaltung, und sie ermöglichen auch dem Nicht-Science-Fiction-Fan einen guten Einblick in das Genre.


Auf www.phantastiknews.de schreibt Carsten Kuhr:
Acht Autoren mit zwölf Geschichten warten darauf, dass sich die Leser Zeit für sie nehmen. Und was Nina Allan, Achim Hildebrand, Ulrike Jonack, Sven Klöpping, Ernst-Eberhard Manski, Karla Schmidt, Michael Schmidt und Ralf Steinberg bereithalten, das lässt sich sehen, respektive lesen.
Sei es, dass die Seele eine ganz neue, immens wichtige Rolle bei der Erschaffung von Lebewesen zugewiesen bekommt, oder eine auf der Erde gestrandete Raumfahrerin die Schönheit der Wüste kennenlernt, die Erfindung eines Duplikators für moralische Zweifel sorgt oder die außerirdischen Patentanwälte ihren menschlichen Kollegen zeigen, wie man einen Gegner über den Tisch zieht - die Beiträge sind überraschend, intensiv, erschüttern, sind ein wenig lustig oder auch traurig, spannend und ergreifend; ganz so, wie die SF selbst es auch ist.
Hier erwarten den Leser andere Welten, Aliens und Menschen – doch letztlich geht es immer wieder darum, Partei zu ergreifen, Verantwortung zu übernehmen und sich moralisch zu hinterfragen. Das ist ebenso unterhaltsam wie tiefgründig, spannend und packend und zudem preiswert im Sinn des Wortes – versuchen Sie es doch einmal, Sie werden es nicht bereuen.


Auf www.scifinet.org schreibt Herr Schäfer unter anderem:
Ulrike Jonack - Der letzte Tag im Paradies: Diese wieder etwas längere Geschichte vermittelt Intrige, Verrat, Naivität und Science Fiction in einem Plot, der interessant und spannend zu lesen ist. Dem Leser sollten die Widersprüche und die Hinweise auffallen, da der Protagonist selbst nicht auf die richtigen Gedanken kommt. Es sind nur Kleinigkeiten, die Jonack nutzt, um das Geschehen in seiner Gänze für den Leser darzustellen. Es sind auch Hinweise, die der Protagonist hätte deuten können, doch mehr als ein vages Unwohlsein kommt bei ihm nicht auf. Somit endet die Geschichte tragisch, aber konsequent, und hinterlässt den Eindruck guter und spannender Unterhaltung. Hier stimmen nicht nur Setting und Charakterisierung, sondern auch die grundlegenden Handlungselemente und der Stil wirken überzeugend. Zwar gibt es keine großen Überraschungen, aber durch die geschickt ausgelegten Hinweise entsteht das Verständnis im Verlauf der Geschichte, womit sie ihren Sog erzeugt. Rundum gelungen.


 

„Am Ende des Regens“

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ISBN 978-3-942533973 = 9783942533973