jons Warén-Welt: Lexikon zu den einzelnen Geschichten
Wissenschaft: Gene-Engineering zu Beginn von „Killerviren“, 2278

 

Genetik – Was bisher geschah
Seit Mitte der 1970er Jahre haben Wissenschaftler daran gearbeitet, das Genom von Lebewesen zu sequenzieren. Mit dem Boom der Computertechnologien konnte nicht nur der Vorgang selbst (also das Ermitteln, welche konkreten Basenpaare sich an welcher Stelle welchen DNA-Abschnittes befinden) automatisiert und damit stark beschleunigt werden, auch das Datenhandling bot völlig neue Möglichkeiten.
Die Grundlagen für das Gene-Engineering liegen bei Verfahren, in denen (meist mittels Viren) Genabschnitte oder Gene eines Organismus auf einen anderen übertragen wurden. Diese Gentechnik entwickelte sich weiter, je genauer man bestimmen konnte, welche Gen(abschnitte) mit welchen Eigenschaften der Organismen korrelieren.
Bei dieser Forschung bestätigte sich zunehmend, dass die Wirkungsweise der Gene hochkomplex ist. Trotzdem – oder gerade deshalb – forschte man ab den 2010er Jahren immer wieder auch, indem man statt natürlicher oder naturidentischer Gene auch völlig künstliche Chromosomen in Organismen einschleuste. Anfangs war diese Genmaterial noch recht nah am natürlichen Vorbild, später versuchte man es auch mit weitgehend vorbildlosen Sequenzreihen.

Die Menge an Beobachtungsdaten stieg in der anschließenden Zeit zwar rapide an, aber erst um 2100 war man soweit in der Lage, bei einigen (mehr als nur sehr kleine Bereiche betreffende) Übertragungen halbwegs begründete Vorhersagen über das Ergebnis treffen zu können. Die Idee, man könne – wie ein Ingenieur – Lebewesen nach Maß bauen, schien jedoch endlich verwirklichbar zu werden.
Die Forschung „verlangsamte“ sich daraufhin. Zwar konnte man bei immer mehr Gen-Übertragungs-Typen Vorhersagen treffen, aber eine Art „Gemeinsames Modell für alles“ blieb außer Sicht. Zudem erwies es sich, dass die Übertragung großer Mengen künstlichen Genmaterial zusätzliche Probleme brachte. Davon, dass angesichts der Unberechenbarkeit, was die Eigenschaften der entstehenden Organismen angeht, massive Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden mussten, mal ganz abgesehen – so etwas wie eine „massenhafte, übliche Forschung“ kam bis 2275 nicht zu stande. Entsprechende Versuche 2275/76 auf Sparik führen in eine Katastrophe. Auch darüber hinaus wird das nicht forciert – die Risiken stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen (angepasste Organismen sind viel leichter auf „herkömmlichen“ Wegen erzeugbar).